Vorgabe empfangen
Prüfen, ob der externe Sollwert das Fernwirkgerät erreicht und dort eindeutig erkannt wird.

Fernwirktechnik im Bestand
Wenn ein Steuerbarkeitstest nicht bestanden wurde, muss zuerst geklärt werden, an welcher Stelle der Signalkette die Vorgabe verloren geht oder falsch umgesetzt wird. Betroffen sein können Fernwirkzugang, Gateway, Datenpunktzuordnung, Anlagenregler, Messtechnik oder Rückmeldung.
Ein nicht bestandener Test bedeutet nicht automatisch eine sofortige Trennung vom Netz. Entscheidend ist eine nachvollziehbare technische Prüfung, die gesetzte Frist und eine belastbare Abstimmung mit dem Netzbetreiber.
Technische Prüfung
Prüfen, ob der externe Sollwert das Fernwirkgerät erreicht und dort eindeutig erkannt wird.
Datenpunkt, Einheit, Skalierung und Vorzeichen bis zur Anlagenregelung nachvollziehen.
Kontrollieren, ob die Wirkleistung am maßgeblichen Messpunkt wie vorgegeben reagiert.
Prüfen, ob Istwert und Status vollständig und plausibel an den Netzbetreiber zurückgegeben werden.
Einordnung
Redispatch 2.0 gilt seit dem 1. Oktober 2021. Netzbetreiber müssen Anpassungen der Wirkleistung veranlassen können. Bei Erzeugungsanlagen und Speichern ab 100 kW sowie bei fernsteuerbaren Anlagen müssen sie außerdem die aktuelle Einspeisung abrufen können.
Netzbetreiber prüfen die Fernsteuerbarkeit grundsätzlich einmal jährlich. Für Anlagen mit weniger als 100 kW gilt diese jährliche Prüfung erstmals ab dem 1. Januar 2026. Deshalb werden derzeit auch bei älteren Bestandsanlagen fehlende, unvollständige oder nicht funktionierende Fernwirkeinrichtungen festgestellt.
Pflichtverstöße können Zahlungen nach § 52 EEG auslösen. Bei wiederholten Verstößen und nach erfolgloser Fristsetzung kann unter den Voraussetzungen des § 52a EEG auch eine Trennung vom Netz oder eine Unterbrechung der Einspeisung folgen.
Vorgehen
Schreiben, Datenpunktliste, Testprotokoll und gesetzte Frist gemeinsam auswerten.
Sollwert und Rückmeldung an jeder verfügbaren Schnittstelle vergleichen.
Fehler auf Kommunikation, Konfiguration, Regelung oder Messtechnik eingrenzen.
Änderungen dokumentieren und den nächsten Test mit klaren Prüfschritten vorbereiten.
Projekterfahrung
Für vergleichbare Bestandsanlagen wurden die Messdaten bereits remote geprüft, die Signalumsetzung projektiert, die Steuerung konfiguriert und vollständige Unterlagen für Montage und Inbetriebnahme erstellt. Das Grundkonzept lässt sich auf weitere Anlagen übertragen und an die jeweilige Messtechnik und Netzbetreibervorgabe anpassen.
Vorbereitung
Anhand dieser Angaben lässt sich kurzfristig einschätzen, welche Signale fehlen, welche vorhandenen Komponenten weiterverwendet werden können und ob die Nachrüstung remote vorbereitet werden kann.
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