Schaltanlage und technische Komponenten einer Energieanlage

    Nachrüstung im Bestand

    Fernwirkgateway in einer Bestandsanlage nachrüsten

    Bei älteren PV Anlagen fehlt häufig eine durchgängige Fernwirkstrecke. Teilweise sind Zähler, Datenlogger oder Regler vorhanden, aber die vom Netzbetreiber geforderten Sollwerte und Rückmeldungen können nicht vollständig übertragen werden.

    Eine Nachrüstung beginnt deshalb nicht mit der Auswahl eines einzelnen Geräts. Zuerst müssen die vorhandene Messtechnik, die Anlagenregelung, verfügbare Schnittstellen und die Datenpunktliste des Netzbetreibers zusammengeführt werden.

    Technische Prüfung

    Typische Lücken in bestehenden Anlagen

    Keine passende Schnittstelle

    Vorhandene Komponenten stellen die geforderten Signale nicht im benötigten Format bereit.

    Unvollständige Datenpunkte

    Sollwerte, Istwerte oder Statusmeldungen fehlen in der bisherigen Zuordnung.

    Getrennte Systemwelten

    Fernwirkgerät, Datenlogger, Zähler und Regler verwenden unterschiedliche Protokolle oder Signalarten.

    Fehlende Dokumentation

    Verdrahtung, Adressierung und bestehende Signalwege sind nicht vollständig dokumentiert.

    Schreiben des Netzbetreibers technisch prüfen lassen

    Einordnung

    Anforderungen vor der Auswahl des Gateways

    Die technischen Pflichten unterscheiden sich nach Anlagenleistung, Vergütungsmodell, Inbetriebnahmedatum und vorhandener Messtechnik. Anlagen ab 25 kW müssen grundsätzlich technisch so ausgestattet sein, dass der Netzbetreiber die Einspeiseleistung ferngesteuert reduzieren kann.

    Bei Erzeugungsanlagen und Speichern ab 100 kW sowie bei fernsteuerbaren Anlagen muss außerdem die aktuelle Einspeisung abrufbar sein. Die konkrete Umsetzung richtet sich nach der vorhandenen Anlage und den technischen Vorgaben der beteiligten Marktpartner.

    Wer heute Fernwirktechnik nachrüstet, sollte die spätere Integration eines intelligenten Messsystems und einer Steuerung über das Smart-Meter-Gateway bereits bei der Systemarchitektur berücksichtigen.

    Vorgehen

    Nachrüstung technisch planen

    01

    Bestand aufnehmen

    Zähler, Regler, Datenlogger, Router, Gateways und vorhandene Schnittstellen erfassen.

    02

    Datenpunkte abgleichen

    Geforderte und verfügbare Signale mit Einheit, Skalierung und Richtung gegenüberstellen.

    03

    Architektur projektieren

    Gateway, Kommunikationswege und Übergaben so planen, dass vorhandene Komponenten sinnvoll weitergenutzt werden.

    04

    Umsetzung dokumentieren

    Anschlussvorgaben, Parameter und Prüfschritte für Montage und Inbetriebnahme erstellen.

    Projekterfahrung

    Übertragbares Grundkonzept für Bestandsanlagen

    Für vergleichbare Bestandsanlagen wurden die Messdaten bereits remote geprüft, die Signalumsetzung projektiert, die Steuerung konfiguriert und vollständige Unterlagen für Montage und Inbetriebnahme erstellt. Das Grundkonzept lässt sich auf weitere Anlagen übertragen und an die jeweilige Messtechnik und Netzbetreibervorgabe anpassen.

    Vorbereitung

    Unterlagen für eine erste technische Einschätzung

    • Schreiben oder Datenpunktliste des Netzbetreibers
    • Anlagenleistung und Netzverknüpfungspunkt
    • vorhandene Zähler, Datenlogger, Regler und Gateways
    • Übersichtsschaltplan oder Kommunikationsschema
    • gesetzte Frist
    • vorhandener Fernzugriff

    Anhand dieser Angaben lässt sich kurzfristig einschätzen, welche Signale fehlen, welche vorhandenen Komponenten weiterverwendet werden können und ob die Nachrüstung remote vorbereitet werden kann.

    Technische Einschätzung anfragen

    FAQ

    Häufige technische Fragen

    Wann ist ein Fernwirkgateway in einer Bestandsanlage erforderlich?
    Ein Gateway kommt in Betracht, wenn geforderte Sollwerte, Istwerte oder Statusinformationen mit den vorhandenen Komponenten nicht vollständig zwischen Netzbetreiber und Anlage übertragen werden können.
    Müssen vorhandene Regler und Datenlogger ersetzt werden?
    Nicht grundsätzlich. Zuerst wird geprüft, welche Schnittstellen und Signale vorhanden sind und welche Komponenten weiterverwendet werden können.
    Lässt sich die Nachrüstung remote vorbereiten?
    Ja, sofern Unterlagen und ein geeigneter Fernzugriff vorhanden sind. Planung, Datenpunktabgleich und Konfiguration können vorbereitet werden. Verdrahtung und elektrische Arbeiten erfolgen durch qualifiziertes Personal vor Ort.